It´s time for Africa

Von Tafraout über Agadir nach Sidi Ifni

Donnerstag, April 28th, 2011

Nach 2 schönen Tagen in Tafraout, verabschiede ich mich von Martin und Thomas. Martin wird den Heimweg nach Prag antreten und Thomas den Weg nach Mali. Ich wette hier schon mal eine Kiste Maggi das ich Thomas, ohne mit ihm etwas abgemacht zu haben irgendwo in Afrika wieder treffen werde. Marokko ist was das angeht schon mal ziemlich klein wie mir scheint, ich treff immer wieder mal Leute die ich schon kenne. Die Fahrt führt noch zum “Chapeau de Napoleon“ und durch das Tal der „Painted Rocks“. In Tiznit probier ich mich noch kurz in Sachen neue Reifen. Das ist wirklich nicht einfach hier… weiter südlich wird es nicht besser so viel ist klar. Ich entschließ mich wegen der Reifen nochmal nach Agadir zu fahren, ist ja gleich um die Ecke. Nach 2 Stunden in Agadir hab ich jemanden gefunden der Reifen in Casablanca bestellen kann. „Sind Morgen da“! Ich dacht ich hör nicht recht, Morgen? Das will ich sehen und siehe da die Reifen sind wirklich am nächsten Tag da. Es sind zwar nicht die, die ich gerne hätte aber was soll´s, die Teile sind neu und spätestens Mauretanien müssen die alten runter. In Deutschland hätte ich sicher schon Ärger wegen meiner Reifen, dass sind nämlich keine Enduro-Reifen mehr sondern 1A Slicks. In Marokko halten die aber noch 1000km ;-) Ich fahr nach 2 Tagen Mallorca-Urlaub nach Sidi Ifni. Wunderschön ist etwas anderes aber die Leute hier sind super nett. Kaum einer geht an mir vorbei ohne etwas zu sagen. „Welcome to Sidi Ifni“, „Bon Appetit“ und so weiter. Fünf Kilometer vor Sidi Ifni gibt’s die „Legzera Arc“, zwei Felsbögen am Strand, die kann ich mir bei meiner Ankunft aber nur von Weitem ansehen, weil gerade Flut ist, bei Ebbe kann man mit dem Mopped den Strand entlang und darunter durch fahren. Also morgens nochmal hin, der Weg ist frei. Am Strand entlang fahren ist hier sogar mit Gepäck möglich. Umso näher man am Wasser fährt desto besser klappt das und spritzt auch schön, so hab ich mir das vorgestellt. *g* Ich bleib noch einen Tag in Sidi Ifni, die Stiefel sind noch komplett nass von meinem gestrigen Versuch die Legzera Arc zu Fuß zu erreichen. Regnen tut´s auch noch, weiterfahren muss also nicht sein. Nette Nachbarn hab ich auch..ein älteres Ehepaar. Die kommen gerade aus Mauretanien, Mali, Burkina, Senegal….Gab´s Probleme? Keine! Sogar in Mauretanien wurden sie meist freundlich behandelt. Langsam glaub ich das Auswärtige Amt gibt Reisewarnungen aus, damit wir alle zuhause bleiben und brav unsere Steuern zahlen  Wer weiß!?! Ich werd mich morgen meiner letzen Tour aus dem Off-Road-Buch (Chris Scott – Marocco Overland) widmen. Joop hat auf der Strecke sein Motorrad im Treibsand versenkt, ist ja nicht unbedingt schlecht, so weiß ich wenigstens wo er ist…

Von Quarzazate durch Dades und Todra Schlucht nach Tamtatoucht

Mittwoch, April 13th, 2011

Das Zelt sieht von dem Regen und dem Sand der hier in der Luft hängt, zwar aus wie ein Schwein aber Vogelscheiße muss nun echt nicht sein und so ist erst mal putzen angesagt. Unter dem Baum war´s zwar schön trocken, haben die Vögel sich aber wohl auch gedacht. Schad ja Nix! Auf der Fahrt zur Dades Schlucht gibt´s eigentlich nichts zu sehen, ausgenommen Steine. Die Straße glatt wie ein Babypopo und auch eher zum einschlafen. Einen Kaffee Latte brauch man, mehr nicht. Nach dem Kaffee und zwei Stunden dann in der Dades Schlucht. Der Anblick und das Gefühl durch die Schlucht zu fahren hätte was, wenn mich nicht ein anderes Gefühl überkommen würde. Mir is´ zum ersten Mal in diesem Land zum kotzen. Ich muss 10km hinter der Schlucht anhalten und mich übergeben. Weiterfahren fällt wegen Bauchkrämpfen aus, so bleib ich sitzen und kipp Wasser in mich rein. Besuch gab´s auch aber Danke nach Kiffen is mir echt nicht  Nun wäre eine Toilette nicht schlecht, schade nur das der Besuch nicht gehen will ^^ Ich such mir schon um 12 Uhr Mittags einen Campingplatz (gibt´s jede Menge) um meinem Körper den geeigneten Ort für eine Selbstheilung zu verschaffen. Einzelheiten erspar ich mir hier. Nach drei Stunden eigentlich nur rumsitzen ist auch wieder gut. Dades-Schlucht werd ich also nicht vergessen. Vielleicht noch etwas zum Dades…Ich dacht der is so groß bzw. breit, darüber steht doch was in der Bibel oder net !?! Fakt ist, das Teil ist ganze 2m breit, wahrscheinlich wird er irgendwo einfach nur breiter!?! Nach der raschen Genesung, geht heut auch noch die Todra Schlucht. Hat mich ehrlich gesagt schon etwas mehr beeindruckt auch wenn die Dades Schlucht sicherlich mehr Fahrspaß bietet . Das ganze is dann schon paar Nummern größer, steht n Hotel drin, viele Touristände, nervende Verkäufer, Busse und all der Krempel der dazu gehöhrt. Aber der Blick in den Himmel, der Hammer. Ich fahr dann noch ca. 30km weiter nach Tamtatoucht und verbringe den frühen Abend mit fünf jungen Berbern, auf einem Hügel über Tamtatoucht. Drei von denen schmeißen den Laden hier. Für 30DH bleib ich natürlich gerne, wo ich schlafen will kann ich mir aussuchen, ob Zimmer, Berberzelt, Teppich im Freien oder das Dach des halbfertigen Hotels. Am späten Abend gibt´s dann Essen und meine Vorsätze wie ich während meiner Reise zu essen gedenke um nicht krank zu werden, muss ich über Bord schmeißen. Ich hab zwar schon „Tagine“ gegessen aber meist alleine oder mit Europäern. Besteck gibt´s schonmal garnicht. Brot ist das Besteck bzw. die Finger. Alle essen aus einem Topf, is ja soweit net tragisch, kann man sich ja noch „dranstellen“ und bissle abgrenzen. So, jetzt bleibt da aber zum Schluß das Stück Hammel übrig…Das nimmt dann jemand (hier ist anscheinend Hassan für zuständig) in die Hand, zereisst es in 4 gleich große Stücke und legt jedem seine Fetzen hin. So Etwas ist man einfach nicht gewöhnt wenn man gelernt hat, sich die Finger zu waschen und nicht mit den Fingern zu essen. Kann ja nicht schlimmer werden als der Kaffee von Morgens.Im Nachhinein… war wieder sehr lecker, hat Spaß gemacht und fördert offensichtlich das Sozialverhalten :-)

Von Ouzoud über den Atlas nach Quarzazate

Mittwoch, April 13th, 2011

Ich kann mich zwar schwer von Ouzoud trennen aber ich hab ja noch was vor. Der Off-Road Einsatz hält sich unterwegs in Grenzen. Die angegebene Strecke ist mittlerweile ausgebaut, was hier nicht heißt das die Strecke asphaltiert ist. Meist Schotter unterbrochen von Stücken aus Teer. Wohnmobile sind hier keine unterwegs und auch ein Paar aus Holland muss den Rückzug antreten, weil der LKW einfach zu groß ist. Mir persönlich kommen dann doch ganze drei Autos entgegen. Während meiner Fahrt überhol´ ich des Öfteren einen Mercedes Bus, weil ich so oft Pause mach und überholt werd´. Es ist jedes Mal eine Freude diesen einen Bus zu treffen. Der ist anscheinend mit einer Gruppe Trommlern unterwegs, die natürlich auch alle trommeln. Man sitzt also irgendwo rum und hört absolut nichts, bis auf einmal in der Ferne ein leises Trommeln zu hören ist, zu sehen ist aber Nichts, dass Trommeln wird immer lauter und zack, kommt aus einem Loch in der Landschaft der Trommler-Bus angefahren. Die Berber fallen dann fast vom Bus um zu winken und am Ende der Fahrt durch den Atlas, kommen Sie mir schon fast wie Bekannte vor. Auf dem Weg durch den Atlas bleibt mir dann auch kein schlechtes Wetter erspart, was Morgens mit blauem Himmel begang, geht über in Nebel, Regen und Hagel. Der Hagel (tut weh) sorgt dann auch dafür das ich an einem Cafe´ (ich nenn´s mal so) halt machen muss. Ich will mir eigentlich nur Brot und Käse kaufen und weiter fahren. Ich probier mich also in Arabisch und hoffe man hat mich verstanden. Hat man…bloß das „zum mitnehmen“ sollte ich mir vielleicht nochmal erklären lassen. Ich bekomme Brot und Käse, jedoch frisch gestrichen und geschnitten auf einem Teller, dazu deluxe Olivenöl zum „tunken“ und einen Kaffee, bei dem sich mein Magen umdreht. So schnell essen, wie die Leute da sind, kann ich leider nicht und so bleibt mir die Fotosession nicht erspart. Ich werd bei sowas immer leicht paranoid wenn mir die Leute nicht ganz koscher (passt doch hier) sind, gefühlte Hundert Hände, jeder fragt etwas oder fummelt irgendwo rum. Ich bin eigentlich durchgehend damit beschäftigt meine Sachen zu kontrollieren und meine Jackentaschen abzuklopfen. Ich denke Übrigends das man Menschen ganz gut einschätzen kann wenn man ihnen in die Augen schaut. Gutes Gefühl -> kann man schon bleiben, Schxxxgefühl das auch nach einem freundlichen „Salam“ nicht weicht -> weg hier! Hier verschwand das Schxxxgefühl halt eben nicht und so wollt ich einfach nur weiter. Mein Gefühl hat mich nicht getäuscht, ich soll dann nämlich 30DH zahlen! Ich zahl sie auch, keine Lust mich mit denen anzulegen. Auf die Email mit dem Bild, wo ihr alle so cool auf dem Motorrad sitzt, könnt ihr Übrigends lange warten, Freunde! Nach dem Atlas mach ich in der ersten Wüstenstadt halt, die zu mindestens so aussieht. Anscheinend verlassen oder alle arbeiten (Haha), ich weiß es nicht. Bis auf einen älteren Herrn der mich zur Weiterreise zwingt. Nicht weil er unfreundlich ist oder mich hier nicht haben will, nein, er ging mir nach dem schätzungsweise 100. „Oui Monsieur“ einfach nur auf den Senkel. Auf die Frage was er denn will (in Französisch, Englisch, Deutsch und Zeichensprache) kam immer nur „Oui Monsieur“. Ein „Im Schi Jalla“ (Los hau ab!) fand ich aber etwas unfreundlich und so blieb nur der Rückzug. Weiter nach Quarzazate, hier gibt´s dann die Filmsets von „Gladiator“ und dem komischen Bibelfilm. Filmstudios kann man auch besichtigen, muss man aber nicht ;-) Auf einem Campingplatz fast mitten in der Stadt, gibt´s dann Makkaroni mit Tomatensauce von einem holländischen Rentnerpaar. Danke, war sehr lecker. Morgen geht die Tour durch Dades und Todra Schlucht.

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