Nachdem wir Gerts Karre mit allerhand Verpflegung bepackt haben geht´s los. Ziel: Ein Sandstrand an dem hübsche Zelte aufgebaut sind. Touris sind auch hier wieder keine unterwegs, der Strand gehört also uns. Wir bereiten schnell die Angelausrüstung vor, fischen ist nur bei Ebbe möglich, bei Flut verschwindet der ganze Felsabschnitt im Wasser. Das letzte Mal hab ich gefischt als ich 15 war und so rechne ich mir keine großen Chancen aus. Meine Angel ist als erstes vorbereitet und so tret ich den Weg ans Wasser an. Ich werf die Angel aus und bevor Gert und Remy zum Fischen kommen hab ich schon den ersten Fisch gefangen. Ich freu mich, denn so macht selbst mir das Fischen Spaß. Ein fetter Katzenfisch fliegt also schon mal in einen Naturpool wo wir alle Fische sammeln, die wir nicht essen wollen. Wir fangen an diesem Tag jede Menge Katzenfische und Kleine Haie. Haie und Katzenfische wird die Flut wieder zurück ins Meer spülen. Mitnehmen tun wir nur die leckersten z.B. Doraden, wie die anderen heißen weiß ich nicht. Im Naturpool schwimmen schätzungsweise 20 Fische, keiner kleiner als 30 cm, 10 nehmen wir mit zum Grillen als die Flut zurück kommt. Am Strand angekommen entschließen wir uns den Fisch einzufrieren (geht im Auto) und am nächsten Tag ein dekadentes Barbecue zu veranstalten. Heute wird getrunken und zwar keine Kamelmilch und auch kein pisswarmes Wasser. Gert ist besser ausgestattet als jede Bar in Mauretanien. Zusammen mit Gert steh ich um 6 Uhr auf, um die Ebbe nicht zu verpassen. Es geht genauso weiter wie der letzte Tag beendet wurde. Fische, Fische und nochmals Fische. Diesmal auch einen Rochen und andere Leckereien. Ich teste an diesem Morgen auch mal das Fischen mit drei Ködern. Mir war zwar klar dass es die Chancen erhöht aber dass ich mit einem Wurf gleich drei Fische rausziehe hat mich dann doch überrascht. Fischen ist hier einfach nur geil. Während man so schön am Fischen ist gibt´s noch allerhand zu sehen, hier machen nämlich nicht nur wir Urlaub, sondern auch jede Menge Vögel die ich noch nie zuvor gesehen hab. Dafür ist der Park auch überall bekannt. Hier fliegen allerdings nicht nur die Vögel durch die Gegend sondern auch die Fische. Zehn Meter vor meinen Augen gibt´s einen Schwarm fliegender Fische die in der Luft zu stehen scheinen…Wie im Fernsehen hier, ich bin echt überwältigt. Danke Mutter Natur für dieses Schauspiel. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll aber es berührt einen doch ziemlich das alles hier zu sehen. Der Naturpool ist wieder mit Fischen gefüllt und wir haben auch genug Fische zum Essen so dass wir das Fischen einstellen. Wär´ ja Blödsinn sinnlos Fische zu töten und macht auch ehrlich gesagt keinen Spaß, einem Fisch mit einem Stein das Leben zu nehmen. Zurück am Strand bereiten wir das Barbecue vor. Zum Fisch gibt´s ein bisschen Reis und Gemüse. Ich will gar nicht wissen, was diese Fischplatte in Deutschland kosten würde. Hier kostet es nur den Parkeintritt und Angelschein brauch man auch keinen. Wir haben dann doch Mühe die komplette Platte zu putzen und liegen im Anschluss mit glänzendem Bauch auf den Matratzen im Zelt und schauen uns das Meer an. Am Abend ist Gerts Bar wieder geöffnet, davon krieg ich allerdings wenig mit, hab mir wohl einen Sonnenstich geholt. Ich penn von 18 Uhr bis 7 Uhr in der Früh. Ich bedauere es weniger, bin ich doch morgens derjenige, der keine Kopfschmerzen hat. Bin schon gespannt was der heutige Tag so bringt, ich muss nämlich, zurück an der 40km entfernten Hauptstraße, kucken wie ich wieder nach Nouakchott komme. Olly und Robin wollen wieder Richtung Westsahara, Remy und Gert zum Langusten essen nach Nuadhibou. Hei, dass wird wieder ein Spaß…Mein Ziel ist es eigentlich nur, nicht mit 7 Personen in einem Auto die 250 km nach Nouakchott zurücklegen zu müssen. Ich würd sogar eine Eselskarre vorziehen, für Esel ist das wohl zu weit und so nehm ich einen LKW. Der Fahrer ist alleine und das reicht mir schon. Knappe 10€ kost mich das….ein Witz eigentlich. Die Karre rennt dann doch ganze 75km/h, leider nicht lange. Nach 20 km stoppen wir um ein defektes Fahrzeug abzuschleppen. Die Mauren bleiben zum Glück in ihrer Karre sitzen, der LKW läuft jetzt aber leider nur noch 60km/h. Egal, besser schlecht gefahren als gut gelaufen. Unterwegs wieder Fiches verteilen (ich hab mittlerweile an die 45 Kopien an die Gendarmerie ausgegeben). Den „Beamten“ ist natürlich klar das der Fahrer für den Transport des defekten Wagens und meiner Wenigkeit Kohle kassiert und so bleibt für den Fahrer, in Nouakchott angekommen, nur noch ein Bruchteil der Kohle übrig. Zurück in Nouakchott treff ich auf eine Gruppe von „Dust&Diesel“…Die kaufen in Deutschland alte Mercedes Karren und fahren damit 3 Wochen nach Mauretanien um die Kisten zu verkaufen. Die Kohle geht an zwei Waisenhäuser in Nuadhibou und Nouakchott. Gute Aktion wie ich finde…ABER!!!…. Und jetzt kommt´s, auch wenn ich damit den Groll vieler Afrika-Fahrer und auch Dust&Diesel auf mich ziehen werde. Was soll bitte der Schxxx hier kiloweise bzw. bergeweise Geschenke anzuschleppen und diese hier in den Hof zu kippen so dass sich die Mauren bedienen können??? Bei den Geschenken handelt es sich nicht etwa um Schrott, sondern teilweise um richtig gutes (neues) Zeug wie LED Lampen, Werkzeuge, Glutpunktfeuerzeuge, Kulis, Schlüsselbänder, Isomatten, Kühlboxen und, und, und….Teilweise werden sogar Schlafsäcke und Zelte zurückgelassen, die Reise ist ja zu Ende! Warum regt mich das auf? 1. Bedienen sich hier Leute die es gar nicht nötig haben, was will bitte ein Maure mit einem nagelneuen Toyota Land Cruiser mit einem Zelt? Er wird es verkaufen (wahrscheinlich an einen Schwarzen der es braucht)! Der Maure kann sich doch eins kaufen oder nicht? 2. Was lernen die Menschen hier daraus? „Die Europäer haben anscheinend so viel Kohle, dass sie nicht wissen wohin damit!“. Deshalb gehen sie mir und auch anderen Reisenden auf die Nüsse mit: „Give me, Give me!“ Cadeaux, Cadeaux (Geschenk)!“ Des Weiteren wird in jedem Geschäft probiert uns das Doppelte an Kohle abzunehmen. Wir (Europäer) haben´s ja! Man kann den Menschen hier nicht einmal einen Vorwurf machen, sie haben es von Leuten wie euch so gelernt! So lange Reisende nicht aufhören Geschenke ohne Gegenleistung zu verteilen, wird sich daran (leider) auch nichts ändern. Warum tut ihr das? Habt ihr Angst die tun euch was an, wenn ihr ihnen nichts gibt? Naja, Bob Geldof hat ja in Äthiopien den Selben Schxxxx veranstaltet…Nichts für Ungut…Ich treff euch ja wieder und zwar Morgen, bin gespannt was mich wegen diesem Artikel erwartet
Ich hab aber noch einen Nachbrenner…veranstaltet doch mit den Waisenkindern einen Flohmarkt, wo das Zeug verkauft wird….Sorry, war nur eine Idee! Das Ganze ist natürlich nur meine persönliche Meinung, auch wenn ich weiß dass sogar Mauren so darüber denken. Ich fang langsam an sie zu mögen 