It´s time for Africa

Von Nouakchott nach St.Louis

Donnerstag, Mai 26th, 2011

Ich wollt eigentlich ziemlich früh los um nicht unter Zeitdruck zu geraten, wollte wie gesagt. Der Typ von der Versicherung hat wohl was dagegen. Die Versicherung die ich gestern schon in der Hand hatte war leider nicht zu gebrauchen, die Daten wurden über das Telefon vermittelt, konnt ja nur schief gehen. Ich heiß´ auf dem Versicherungsschein Torpen Schneiber und mein Nummernschild ist SP-LP8. Der Typ also die Order, am nächsten Morgen um 8 Uhr mit dem korrekten Versicherungsschein auf der Matte zu stehen. Gelächter…um 10 Uhr komm ich weg. Ich reg mich über Sowas gar nicht mehr auf, bringt einfach nix! Noch kurz was zum Vortag an dem ich mich aufregen musste. Mein Nummernschild hat sich mal wieder verabschiedet, in einer „Werkstatt“ handele ich vorher den Preis aus für ein Stück rostiges Blech mit 4 Löchern. 1500UM waren abgemacht, der Typ will danach 6000UM. Es kommt zur lautstarken Diskussion, um mich herum 15 Schwarze (ja ich hab sie gezählt) die alle ihren Beitrag von sich geben wollen. Der Typ besteht auf die 6000UM, ich mach ihm klar, dass er das Blech wieder abschrauben kann, dreh mich um und will gehen um den Chef vom Campingplatz zu rufen. Der kann die Sprache und genießt hier höchsten Respekt (Maure halt). Dagegen hat man anscheinend was…ein Typ greift mir von hinten auf die Schulter und will mich festhalten. Ich greif´ mir den kleinen schwarzen Finger auf meiner Schulter und dreh mal kräftig dran. Der Typ schreit wie am Spieß. „No Toucher“ versteht er dann anscheinend ;-) Seine Kumpels machen gar Nichts. Ich geh die 50 m zum Campingplatz und komm mit dem Mauren zurück. Der erklärt mir dann dass der Typ noch einen Anderen bezahlen musste, nämlich den der die Löcher ins Blech gebrannt hat. 3000UM wären laut Maure angemessen, ich zahl den Schrott und könnt immer noch ausrasten. So zurück zur Strecke, nach der Hälfte des Weges verlasse ich die Hauptstraße um den Grenzübergang Rosso zu vermeiden. Ich nehm also die Piste nach Diama. Hier wird schwer gebaut, ich fahr mitten auf der Baustelle weil sich da am besten fahren lässt. Ich komm dann an eine Stelle, an dem schweres Gerät den Sand und Schotter glatt macht. Ich werd von einem Bauarbeiter gestoppt, ich glaub zu dem Zeitpunkt, er gönnt mir die gemütliche Fahrt nicht. Er will dass ich neben der tollen „Straße“ fahre und droht mir mit Gendarmerie. Ich sag „Merci“ und fahr weiter…Die tolle Piste wir dann echt übel, Weichsand und Spurrillen von Baumaschinen. Das Ganze geht dann auch nur 1 km gut, ich gerate in eine Spurrille und mach den größten Abflug meiner Reise. Mir bleibt die Luft weg und atmen tut auf einmal weh. Ich lasse die Karre erst mal liegen, fluche und lauf mit erhobenen Armen rum. Nach 5 Minuten geht´s wieder auch wenn mir die Innereien weh tun. Es ist Übrigends nicht der Flug der weh tut, sondern der abrupte Stopp am Ende ;-) Als ich mir das Mopped anschau, der nächste Schrei. Da sieht was ziemlich schief aus, der Lenker gerade, dass Rad zeigt allerdings nach rechts. Verdammte Axt! Ich hab keine Zeit das jetzt zu richten, muss nämlich zur Grenze die macht nämlich auch irgendwann Pause oder ganz zu, keine Ahnung und keine Lust im Dunkeln zu fahren. Ich befolge also den Rat des Bauarbeiters und fahr mit schiefem Lenker, neben der Baustelle weiter (Geht nach ein bisschen Eingewöhnungszeit). Manchmal wäre es vielleicht nicht schlecht Französisch zu verstehen ;-) Sorry, für mein Misstrauen. Man befährt dann nach einer Weile einen Nationalpark. 1000UM und ein Geschenk gehen bei einem Zollposten und einem Parkwächter drauf. Knapp ne halbe Stunde geht´s durch den Nationalpark. Zu sehen gibt´s allerhand Büffel, Warzenschweine, die grundsätzlich auf die Straße rennen wenn ein Fahrzeug kommt, Warane, Kaimane oder vielleicht Minikrokodile (weiß ich nicht) und diverse Vögelchen. Kurz zum Grenzübergang, kein Stress eigentlich aber ein Problem, man gönnt meinem Mopped bloß einen Aufenthalt von 2 Tagen, weil zu alt und kein Carnet de Passage. Deshalb muss ich aber bis auf 2500CFA für das Passavant nichts zahlen. Vielleicht lag´s auch an meinem Geschenk, wer weiß. Alles ziemlich willkürlich halt. Ich fahr dann recht flott zur Zebrabar. Ich hab inklusive Wochenende, an dem das Passavant nicht verlängert werden kann, 3 Tage um den Senegal wieder zu verlassen. Ein Versuch das Passavant zu verlängern schlug fehl, ich zahl nämlich keine 300€ um 15 Tage im Senegal bleiben zu dürfen. Also ein Tag Mopped richten, ein Tag um nach Gambia zu kommen. Ist stressig, war aber im Nachhinein die richtige Entscheidung…Und wieder einen Nachbrenner, wie das so iss von Mauretanien in den Senegal zu fahren!?! Ich glaub es lässt sich am besten so beschreiben:“ Es ist als besuche man direkt nach einer Beerdigung ein Reggae-Konzert“ oder „Man schaltet um, von schwarz/weiß auf HDTV“. Landschaftlich ist Mauretanien sicher ein Besuch wert, vor Allem für Wüstenfans. Ansonsten find ich es eher traurig…trotz Allem, ich empfand es entgegen dem was so behauptet wird, sicher! Wenn man sich an die Spielregeln hält :-)

Rabat!

Samstag, April 2nd, 2011

Morgens steh ich schon gegen 6 in der Früh auf um pünktlichst an der Botschaft von Mauretanien zu sein. Dort treff ich dann auch Lothar, Jan und Peter. Lothar lebt in Gambia und macht in Marokko Urlaub. Jan ist zum Surfen hier und mit seinem 50PS starkem Bulli unterwegs, Peter macht Selbsttherapie und will sein Toyota (HJ61) in Mali verkaufen. Nachdem wir dann alle mehr schlecht als recht, unsere Anträge ausgefüllt haben (Peter darf sich 3x anstellen) heißt es das Visum gibt´s erst Morgen. Nein! Noch eine Nacht auf dem Campingplatz, verdammt! Ich kette mein Mopped an den Kuhfänger von Peters Toyo und wir gehen in die Stadt Kaffee trinken. Tut gut sich mal wieder zu unterhalten ;-) Nach dem Kaffe will Jan sich Versicherung und Feuerlöscher besorgen. Ich weiß nicht wie er das gemacht hat aber er ist ohne Versicherung eingereist. Marokko ist dick und fett durchgestrichen. Peter macht ihm Angst und dann will er auch eine Versicherung. Lothar erkundet mit dem VW Jetta die Stadt. Bleiben noch Peter und Ich, was nun? Peter braucht Reifen und ich eigentlich auch. Also machen wir ne Tour durch die Stadt. Peters Reifen sind hier eher selten und meine anscheinend auch. Außerdem sind das ja gleich 2 Wünsche und damit sind einige schon überfordert. Während wir so durch die Stadt tuckern, wobei ich genieße mal nicht selbst zu fahren und mich umkucken kann, könnte man locker eine ganze Folge Pleiten, Pech und Pannen drehen. Beim dritten Unfall die wir fast live miterleben, krieg ich einen Lachanfall und denke mir das das doch nicht sein kann. Und dann? Bääm!!! Der vierte Unfall, Klirr! Du Peter, das war bei uns! Was echt? Jap! Ein Petite Taxi (hier sind sie alle blau, also die Taxis), macht Bekanntschaft mit Peters Eisenschwein. Lampe, Grill,Stossstange im Eimer. Der Toyo hat offensichtlich nix. Pat Probleme! Und weiter geht´s. Umgekehrt hätte der Taxifahrer gleich die Armee geordert, soviel steht fest. Irgendwann reicht´s dann auch und wir fahren zum Campingplatz, auf dem wir dann Klaus treffen, Klaus ist 74 Jahre alt und alleine mit einem Subaru Minibus unterwegs, und falls du das hier lesen solltest, schick mal deine Email-Adresse ich hab deine Karte verloren. Mit Klaus gehen wir dann lecker essen und sind im Anschluss papp satt. Peter kriegt noch einen Kulturschock als ihm eine Muslima, Telefonnummer und grinsen schenkt. Die sah aber schxxxx aus und ihre Freundin war nicht ihre Freundin, sondern ihre Mutter, Peter war natürlich anderer Meinung. Im Anschluss ging´s wieder zum Campingplatz, wo sich auch Jan schon eingefunden hatte. Ich unterbreche hier in Rabat meine abstinente Phase und trinke ein paar Bierchen. War fast wie zuhause und ganz schön zum Lachen. Zweiter Tag in Rabat, Peter und Ich verabschieden uns von Jan (schick das Foto!) dann bissle rumrennen und Kaffee trinken in Rabat. Gegen Mittag treffen wir Lothar und latschen zur Botschaft. Und hier hab ich dann meinen ersten Kontakt mit den Mauren. Einem Botschaftstyp gefällt nicht wie ich mein Mopped geparkt habe und er macht mir verständlich, ich soll das Teil da wegfahren. Das seh´ich irgendwie nicht ein, schließlich stand´s gestern an derselben Stelle. Ich leg mich mit dem Typ an, der hat aber keine Lust auf Diskussion und sagt bloß: „No Visa“ und geht. Upps, so hab ich mir das aber nicht vorgestellt. Ein paar Marokkaner holen den Typ dann aber zurück und ich parke brav mein Mopped um. Ergo…kein guter Ort für Machtspielchen. Den fünften Unfall durften wir dann aber noch live miterleben. Zwei Autos parken hintereinander, der Vordere hilft dem Hinteren bei einer Panne. Der probiert seine Karre zu starten. Nix passiert, der will wieder aussteigen und bääm. Ein weitere knallt in die offene Fahretür und schiebt die Karre auf die Kiste des Helfers. Drei Autos, net schlecht! Mit einem breiten Grinsen und schüttelndem Kopf, verlasse ich wieder alleine, Rabat. Peter werde ich vielleicht in Mali wiedertreffen und Lothar in Gambia. Ich fahr dann noch 70km bis Mohammedia auf einen Campingplatz, gibt sogar ne warme Dusche und das Ganze auch wieder günstig. Camping Ocean bleu oder bleu Ocean was weiß ich.

Von Marrakesch nach Rabat

Samstag, April 2nd, 2011

In Rabat bin ich recht schnell und so find ich auch die erste Großstadt die sich ohne Probleme mit dem Mopped durchfahren lässt. Ich nenn Rabat jetzt Kalifornien von Marokko. Warum? Tjoar, sieht aus wie im Fernsehen. Baywatch für Arme, da rennen sie die Strandpromenade entlang, Roller Blades, Skateboards, Bikinis usw. Stellenweise trainieren sie auch auf der Promenade und präsentieren den Mädels ihren tollen Körper ;-) … Dort wo sich früher Campingplätze befanden ist nur noch Baustelle, auch Rabat befindet sich im Bauboom, wie alle Großstädte. Aber schön ist schon. Der Campingplatz an dem ich 3 Mal vorbei gefahren bin weil er aussieht wie ein Schrottplatz ist ein Horror. Keine Dusche, kein Wasser für die Toilette, kein Strom und der Typ ein Arsch. Der will nämlich am Abreisetag plötzlich 20DH mehr als ausgemacht. Reden will er auch nicht und das Abgemachte streitet er komplett ab. Nochmal Arsch! Ja Du! Camping Houroha in Temara, 20km südlich von Rabat. Und falls mal jemand in Marokko auf die Idee kommt nach dem Weg zu fragen, das kann man sich eigentlich sparen. Niemand hat mich bis zum jetzigen Zeitpunkt irgendwo hinschicken können, selbst wenn der Campingplatz sich hinter seinem Haus befindet ;-) Ich glaub das ist aber keine böse Absicht.

Taxi fahren…

Dienstag, März 22nd, 2011

Gegen 10 zu Fuß Richtung Landstraße gelatscht, erst noch etwas Hemmung ein Taxi anzuhalten. Warum? Da erklär ich mal kurz was… Da gibt es z.B. die Petite Taxis meist rote Peugeot 205, die haben zwar n Taxameter aber nur für Showzwecke, diese Teile nutzt man in der Stadt und hat man sie sogar für sich alleine. Außerhalb von Städten gibt es dann Überlandtaxis, eigentlich immer Mercedes Diesel und uralt. Diese Teile hat man dann eben nicht mehr für sich alleine und deshalb meine anfänglichen Hemmungen. Meist wird in den Dingern zu 7 gefahren, drei vorne, vier hinten. Und ich soll da jetzt so n Teil mit vielleicht schon sechs Marocs drin anhalten und sagen „ Mach ma Platz!“ Was will man machen, hilft ja nix, 30km bis City ist bisschen weit. Das nächste Taxi halt ich also an, es war zum Glück leer, bzw. stieg eine Dame mit hinten ein. Ging…dann kam Vater mit Tochter vorne hinzu und wenig später zwei junge Mädels hinten. Da saß ich also in dem Taxi, die Oma fast bei mir auf dem Schoß und wusste nicht, wer sich in der Gurke hier jetzt eigentlich am komischsten vorkommt. Die Omi hat mir dann noch mit Zeichensprache erklärt was ich dem Taxifahrer geben soll. Es waren 5DH (50Cent) für ca. 25km. Dann durch die Stadt geirrt und mir aufgeschrieben wo ich lang gelaufen bin, um mich später nicht zu verlaufen. Wenig los heute, komisch. Ein Blick auf die Uhr verrät mir dann dass Sonntag ist. (Tage interessieren mich seit einer Woche nicht mehr).Das Konsulat wird wohl geschlossen sein, egal ich hol mir das Visa an der Grenze von Mauretanien, will in dieser Stadt nicht noch 2 Tage bleiben. Ist ja auch irgendwie schön dann kann ich bissle rumlaufen, mir die Stadt ansehen und mir WLAN suchen. Suchen musst ich nicht, von Netzwerkschlüsseln haben die hier glaub ich noch nichts gehört. Alles vom Stick hochladen und weiter. Die Läden für Touris haben natürlich alle auf und so kommt es das ich in der Medina in eine Gruppe solcher rein gerate. Diese Gruppe lässt sich wohl gerade die Stadt zeigen, geh ich mal mit denk ich mir und lande in einer traditionellen Apotheke. Da kucken sie sich um die Touris, in Shorts, knipsi knipsi und die pummelige Tochter im Schlepptau. Jeder eine dicke 8 auf dem T-Shirt kleben und vorneweg ein Mann, mit einer 8 auf einem Schild das er die ganze Zeit hochhalten muss damit die Touris sich nicht verlaufen und einer anderen Gruppe nachrennen. Wie auf Malle denke ich und will gehen, da spricht mich der „Doktor“ an. Und alles klar (Vielleicht hat er die 8 auf meinem Pulli vermisst)!?! Sicher sag ich! Was machst du hier? Nix kaufen auf jeden Fall! Ich komm mit ihm ins Gespräch und er erzählt in besserem Deutsch als ich es kann dass er aus Darmstadt kommt. Er musste den Touris dann aber einen Vortrag über Kräuter halten, zu dem er mich auch eingeladen hat. Ich bedanke mich höflich und gehe. Taxi fahren steht an! Dieses Mal nehm ich mir ein Petite Taxi aus der Stadt raus und lasse mich an einem Taxistand für Überlandtaxis absetzen um weiter zum Campingplatz zu kommen. Als ich mich dann zu einem Taxi in meine Richtung „durchgefragt“ hatte, stand ich nun halt vor einem Taxi mit sechs Marocs drin. Mach hinten die Tür auf und der Typ macht keine Anstalten, nur einen Millimeter zu rutschen. Ich weiß noch nicht was das für Typen sind, schwarze Kutte, lustiges Mützchen, vielleicht so was wie n Vorbeter, Imam, Priester, was weiß ich. Der fängt dann an mit dem Taxifahrer zu diskutieren, der Taxifahrer gewinnt und der Typ steigt aus. Danke Chicco, Tschüss Opi! Am Campingplatz angekommen will er dann 10DH, die Preise haben sich anscheinend in den letzten 6 Stunden verdoppelt. Ich mach ihm verständlich, dass ich nur 5DH habe und gehe. Also…Taxi fahren ist geil und beim nächsten Mal wenn alle stumm vor sich hinschauen, schrei ich laut SAAAFFAAARIII! Abends ersetz ich noch die verlorenen Schrauben am Mopped und lauf dem Hund vom Campingplatz nach, der denkt mein Öl Filter wäre jetzt sein Spielzeug. Morgen Richtung Azilal, wenn ich mich nicht irre kann man da in einem Bett aus warmem Sand schlafen. Nacht.

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