It´s time for Africa

Zagora

Montag, April 18th, 2011

Der zweite Teil meines Weges von Merzouga nach Zagora klappt dann ganz gut und ist auch weit weniger schlimm. Ich kuck in Zagora auf meinen Tacho und stell fest das ich nicht 5 Stunden gebraucht hab sondern 7 Stunden, anstatt 240km bin ich 340km gefahren. Upps! Zum Mitaggessen gönn´ ich mir ein Tagine, Kaffee und jede Menge Cola. Der Campingplatz ist gleich um die Ecke und kost umgerechnet dann doch ganze 2€. Auf dem Campingplatz treff ich eigentlich zum ersten Mal auf Leute die mit dem Mopped durch die Wüste fahren oder das zumindestens glauben. Für Viele ist entweder in Zagora oder halt in Merzouga einfach Schluß, da wird sich ein Wüstenaufkleber gekauft umgedreht und zurück gefahren. Ich treff auf ganze 7 Freaks, fünf von denen werden am nächsten Tag nach Merzouga fahren. Hier meinen Respekt an die beiden Herren aus der Schweiz, ich bin froh wenn ich dem Alter noch so Motorrad fahren kann ;-) Einem der beiden Herren gehört dann auch noch die Enduro-Manufaktur (.ch) Ganz schön bescheiden die Herren, könnten sie doch jedem von uns was vormachen. Ich lern noch Chris aus England kennen der mit seinem umgebauten Ford Transit nach Ghana will. Schade das wir nicht den gleichen Weg haben, wir sehen uns aber in Mali wieder. Ich bleib dann einen Tag und kuck mir Zagora an. Am Abend hab ich dann ungefähr 20 Visitenkarten in meiner Tasche. Alle von Leuten die mich auf einen Tee in ihrem Geschäft einladen wollen, um mir irgendwas zu verkaufen. Ich kauf mir nichts, sondern tausche ein neues Cool-Max Shirt, dass mir zu groß ist gegen eine schöne Halskette mit einem silbernen Berber-Anhänger (vielleicht is auch Blech). Hier kann ich noch sagen das 3 T-Shirts im Gepäck locker ausreichen.

Von Merzouga nach Zagora

Montag, April 18th, 2011

Abends hab ich mir schön die Strecke geplant und will am Morgen dann quer durch die Wüste fahren, kann ja net so schwer sein von Merzouga nach Zagora zu fahren. Gibt zwar nur Pisten aber das passt schon. Nach 20km überleg ich schon ob das eine gute Idee war. Die Strecke ist echt beschissen so das ich mich über Schotter schon freu. Der Schotter wird dann ab und an mal durch Sandbänke unterbrochen was zu Beginn noch Spaß macht. Das Ganze ist aber ein gutes Stück anstrengender als ohne Gepäck und läßt sich auch schlechter kontrollieren. Oft springt das Heck wie ein bockiger Esel hin und her. Klappt aber irgendwie…Jetzt gibt´s da leider noch Kurven durch die man halt einfach nicht so durchfliegen kann und so kommt´s das ich mich auf den ersten 60km dann auch 3x hinleg. Der Lenker schlägt ein, dass Mopped taucht nach Vorne ab und Tschüß. Da gibt´s ein Flug in den Sand. Passieren tut einem dabei eigentlich nix Schlimmes, der Sand nervt bloß. Der rieselt sogar durch die Lüftungsschlitze im Helm, in die Klamotten und steckt eigentlich auch sonst überall drin, klebt durch die Schwitzerei und fängt dann später schön an zu reiben. Gibt’s keinen Sand, gibt´s ne tolle Steinpiste bei der die Steine wie kleine Gipfel aus dem Boden kommen, den sollt man dann auch ausweichen. Auf dem Weg mach ich kurz an einer Herberge halt und trink ne Cola. Die Dame meint bis Zagora wären es 5 Stunden zu fahren und in 12km gäbe es eh kein weiterkommen, da „Fesch Fesch“. Aha „Fesch Fesch“ hört sich ja putzig an, wie das Zeug entsteht weiß ich net ganz genau. Ich glaub da fließt ein unterirdischer Fluß und darauf gibt´s dann schönen weichen Sand. Mit einem leichten Motorrad vielleicht zu bewältigen, mit meinem ganzen Gepäck sicher nicht. Vor dem „Fesch Fesch“ steht dann auch ein Gebäude wo´s Benzin aus Flaschen gibt (letzte Tankstelle ist in Rissani). Und einen Klasse Service gibt´s auch…Für 200DH bieten Typen mit Mofa an, einem den Weg um das „Fesch Fesch“ zu zeigen. 200DH… Laß mal gut sein Chicco, Tschüß! Der Typ hat übrigends auch behauptet man bräuche 5 Stunden bis Zagora. Ma ja die fahren ja auch alle Mofa. Ich kämpf mich dann irgendwie um das „Fesch Fesch“ und fang an, dass mit den 5 Stunden zu glauben. Nach dem ganzen Sand hab ich schon 3 Stunden Fahrt hinter mir und erst ein Drittel der Strecke. Danach gibt´s wieder Steine, um genau zu sein, einen zuviel. Den erwisch ich Ich nämlich schön und „puff“ das war´s mit dem vorderen Reifen. Ahhhh, ich flipp aus, um mich herum, NIX! Was jetzt? Reparieren hier in der Sonne halt ich für keine gute Idee, was is, wenn was nicht klappt und die Karre garnicht mehr zu fahren iss. Laufen vielleicht? Sicher, bei 40C. in der Sonne und 2 Litern Wasser. Also fahr ich und seh dann irgendwann in der Ferne Bäume, Super Schatten, da kann man dann schon was reparieren. Unterwegs noch n totes Kamel das mir zu denken gibt *g* Mit 10km/h geht’s also zu den Bäumen und siehe da, da wohnt jemand. Berber! Cool! „Kein Streß, ess erst mal was mein Jung“ *g* Mir wär´ es zwar lieber ich könnt mein Mopped reparieren aber keine Chance, ich soll mich entspannen und essen. Es gibt Rührei mit Brot, geschnittene Orangen mit Zimt und Tee. 10 Berber kucken mir dabei zu und essen selbst keinen Happen, ich komm mir komisch vor. Für Sie ist das anscheinend normal. Nach einer Stunde essen und mit den Kindern spielen, wird dann mein Mopped reparariert, ich darf es quasi garnicht selbst machen, muß aber dabei stehen und kucken das die kein Quatsch veranstalten. Schaffen sie aber trotzdem :-) Meine Vorderachse bekommt ein neues Gewinde, bin gespannt was passiert wenn das Rad wieder raus muss ^^ Und was will der Familienchef an Kohle dafuer!?! NIX! Er will bloß das ich in seiner „Auberge“ schlafe. Ist auch schon spät und so stimm ich zu. Hier gestehe ich mir dann auch ein das ich den Weg von Merzouga nach Zagora auch ohne Reifenpanne nicht geschafft hätte. Nicht genügend Ausdauer und Kraft, zumindestens für den von mir gewählten Weg. Die Auberge ist ca. 2km weit entfent und wird von seinem 17 jährigen Sohn bewacht. Soweit ja ok. Bloß mutiert diese Auberge ab Dunkelheit zu einem Treffpunkt für LKW-Fahrer die sich in diesem 20qm Raum zum essen, trinken und rauchen treffen. LKWs hab ich 10 gezählt, schätze es waren 20 Leute. Und schon wieder muß ich mir an diesem Tag was eingestehen. Ich hab Angst! Unbegründet wie sich später rausstellt, ich muß nämlich wieder Eier essen und Tee trinken. Das Mopped wird später reingeholt und schläft neben mir. Das tut es übrigends nicht weil es jemand klauen könnte, nein der Familienvater hat bloß Angst, ein LKW-Fahrer könnte es Nachts umfahren ;-) Ich laß am nächsten Morgen 100DH und ein paar Plastikpanzerknacker aus dem Überraschungsei, (Danke Sven) für Reparatur des Moppeds, Sprit, Flaschenwasser, Tee, Essen und Unterkunft da. Scheint ok, man schenkt mir noch hübsche Fossilien. Danke für diesen mit Erfahrungen und Eindrücken gefüllten Tag in der Wüste. Mach ich das Ganze Nochmal? Ganz sicher nicht, zumindestens nicht alleine, jeder der mich in Merzouga gefragt hat wo ich denn alleine hin will, hat mir nach meiner Antwort geraten ich soll das besser lassen und die Straße fahren. Es ist nicht so einfach wie´s auf der Karte aussieht und schon bissle gefährlich wenn man alleine stürzt und nicht mehr weiterfahren kann. Daran denkt man unterwegs natürlich, was etwas den Spaß mindert. Aber: „Geil war´s schon”

Von Tamtatoucht nach Merzouga

Mittwoch, April 13th, 2011

Über die Strecke gibt´s wenig zu sagen, wieder Mal Steine, Steine, Steine und Kamele die keine sind. Mittags ein Tagine bei Afriquia, (so heißen hier die größten Tankstellen, deren Besuch eigentlich immer ein Erlebnis ist) den ich irgendwann noch einen eigenen Artikel schreib… Durch Errachidia und Erfourd tucker ich nur durch und trink wieder Kaffe mit Milch. Jetzt merkt man mal wie schnell man eigentlich ist wenn´s nur Geradeaus geht und die Straße so gut wie neu ist. So fahr ich dann durch bis Merzouga, welches genau vorm Erg Chebbi liegt. Den Erg Chebbi sieht man schon 20km vorher. Hier schlägt einem dann auch die Hitze in´s Gesicht, als würde man gegen eine Wand fahren. Der Erg Chebbi ist der Ort in Marokko wo die meisten Touristen zu mindestens mal vorbei fahren. Ein Stück Sahara im Süden Marokkos, ca. 7km breit, 30km lang und früher mal ein Teil der Paris Dakar. Vor Marzouga stehen ungefähr 100 Schilder die entweder zu einem Hotel, Auberge oder einem Campingplatz führen. Ich fahr durch bis Merzouga und probier einen Typ zu finden der mir in Agadir empfohlen wurde. Der ist aber gerade in der Wüste…Ersatz gibt´s ja genug hier und so treff ich auf „Achmed immer geradeaus, Mann von Wüste“. Dem ist der Tourismus glaub ich nicht gut bekommen, er ist nämlich ziemlich betrunken. Das Zimmer gibt´s dann für knapp 4€. Das Geld beinhaltet zu mindestens bei den Berbern, gemeinsames Essen und Tee so viel man trinken kann. Da kommt auch zum Schluss keiner gerannt und sagt das die drei Mahlzeiten bezahlt werden müssen. Man lässt halt einfach was da, so dass es beiden Seiten damit gut geht…Keine Probleme! Achmed allerdings geht mir nach 5 Minuten mit seinem „Immer Geradeaus, ich Mann von Wüste“ schon tierisch auf den Zeiger. Er meint damit Übrigends nicht Geradeaus fahren, sondern ER ist immer Geradeaus. Und so tucker ich mit dem Touarech/Berber hinten auf meinem Mopped durch Merzouga. Und zwar immer Geradeaus  bis wir bei ihm Zuhause ankommen. Ich werd ihn dann auch irgendwann los nachdem ich ihm klar mache, dass ich kein Tee, kein Tagine, kein Bier, kein Hasch, keine Frau, keine Geschenke und auch keinen Kamelritt bis Zagora will. Kost Übrigends 200€, One Way mit dem eigenen Motorrad und Gepäcktransport 100€, dass beinhaltet dann 2 Nächte in der Wüste schlafen, Essen, Benzin und das Hotel in Zagora. Ich werd das mal sein lassen, davon leb ich hier ja fast eine Woche. Außerdem ist jetzt erstmal gut mit Berber und ich bin der Überzeugung das man sich in einem Gebiet von 7km auf 30km schlecht verfahren kann wenn man die Himmelsrichtungen kennt. Vielleicht werd ich Morgen auch eines Besseren belehrt. Das Gepäck bleibt im Zimmer und dann geht’s mit Wasser und Schlafsack in den Sand. Ohne „Achmedimmergeradeausmannvonwüste“.

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